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Nachwort

Michael Starckes Gedichte sind wie wir: mal melancholisch, mal heiter, mal skeptisch, mal hoffnungsvoll. Seine Texte sind geprägt von innerer Unruhe, von schmerzhaften Abschieden und verhaltenen Neuanfängen, von tiefgehenden Reflexionen über vermeintlich alltägliche Begriffe wie „Freundschaft“ und „Krankheit“. Michael Starcke versinkt dabei in eine beinahe philosophische Gedankenwelt.
Auch die grotesken Auswüchse simultaner Ereignisse in unserem Alltag (ein Sprengstofflager explodiert, man feiert Muttertag oder geht wählen) werden mit großer Präzision beschrieben und lassen den Autor einigermaßen ratlos, ja beinahe hilflos zurück. Ganz nach dem dichterischen Motto von Henrik Ibsen, auf dessen Spuren Starcke in Oslo wandelte: “Zu fragen sind wir da, nicht zu antworten.“

Die Parallelität von existenziellen Problemen und höchst privaten Reflexionen (zwei Texte sind den Todestagen des Vaters gewidmet) ist zu Michael Starckes Markenzeichen geworden. Seine Sprache ist noch klarer geworden, die gewagten Metaphern sind einem beinahe lakonischen Tonfall von geometrischer Strenge gewichen. Wenn der norwegische Maler und Bildhauer Edvard Munch, wie es in einem Text dieses Bandes so treffend heißt, “
den schmerz malen konnte“, dann kann Michael Starcke (wie kaum ein anderer) den "Schmerz schreiben".

„Schmerz ist der Vater und Liebe die Mutter der Weisheit“, schrieb Ludwig Börne einst in seinen Aphorismen. Schmerz, Liebe und reichlich Weisheit begegnen wir auch in Michael Starckes neuen Texten.